Oft gestellte Fragen und deren Antworten

1) Ist Stevia für Diabetiker unbedenklich?

Ja, Stevia und Steviosid ist als Süßstoff absolut sicher (Boeck-Haebisch, 1992). Eine Studie durch Chan et al. (2000) mit Freiwilligen zeigte, dass biochemische Parameter des Blutes bei einer Verabreichung von 3x täglich 250mg Steviosid über die Dauer eines Jahres nicht verändert werden.

 

2) Sind die Zuckergruppen des Steviosid-Moleküls für Diabetiker unbedenklich?

Steviosid, der süße Hauptinhaltstoff von Stevia, ist ungefähr 300mal süßer als Tafelzucker. Folglich müssen nur kleine Mengen zum Süßen von Speisen verwendet werden. Steviosid wird nicht über die Darmwand aufgenommen und wird nicht von Enzymen des Magen-Darm-Kanals umgewandelt, da die Zuckerbindungen in Steviosid ß-Glukosid-Bindungen sind. Jedoch wird es im Dickdarm durch Bakterien zu Steviol und Zuckergruppen abgebaut. Um die Gesamtmenge des der Nahrung beigesetzten Zuckers (131g pro Person und Tag in Belgien) durch Steviosid zu ersetzen, wären weniger als 400mg Steviosid pro Tag nötig. Dies bedeutet, dass nur etwa 240mg Glukose aus den 400mg Steviosid in den Stoffwechsel gelangen. Es kann geschätzt werden, dass ungefähr 1/3 dieser Glukose durch Bakterien umgewandelt, 1/3 ausgeschieden und ungefähr 1/3 (80mg=0,08g) vom Körper aufgenommen wird. Diese Menge an Glukose kann natürlich vernachlässigt werden.

Siehe auch unter den F.A.Q. zu Steviol.

 

3) Kann  Steviosid Krebs auslösen?

NEIN. Viele Wissenschaftler haben geprüft, dass Steviosid und Rebaudiosid A nicht krebserzeugend sind. Diese Aussage wird auch von der WHO akzeptiert. Ferner wird das meiste Steviosid nicht über den Darmtrakt aufgenommen und nicht durch Enzyme des Magen-Darm-Kanals umgewandelt. Allerdings wird es durch Bakterien im menschlichen Dickdarm zu Steviol und Zuckergruppen abgebaut. Ein schwacher mutagener Effekt durch Steviol  (nur 90 % Reinheit) wurde an einer empfindlichen Salmonella Typhimurium TM 677 beobachtet, was aber keinesfalls bedeutet, dass Steviosid, wenn als Süßstoff verwendet, ebenfalls krebserzeugend ist, selbst wenn das Steviosid durch Bakterien im Dickdarm zu Steviol umgewandelt wird! Die Wirkung von Steviol bei Salmonella Typhimurium TM677 war sehr niedrig und nur ungefähr 1/3000 jener von 3,4-Benzopyren. Die Wirkung von Steviol Methyl Ester 8,13 lactone entsprach 1/24500 jener von Furylfuramid (Terai et al., 2002). Obgleich eine schwache Wirkung von Steviol und einigen seiner Derivate auf den hochempfindlichen S. typhimurium-TM677-Stamm beobachtet wurden, schlussfolgerten die Autoren, dass der tägliche Gebrauch von Steviosid als Süßstoff sicher sei. Außerdem ist das Vorkommen von chemisch synthetisierten Steviol-Derivaten nach der Aufnahme von Steviosid über die Nahrung nicht völlig bewiesen.

Sehr hohe Dosen von Steviol (90% Reinheit) bei zwangsernährten Hamstern (4 g/kg Körpergewicht), Ratten und Mäuse (8 g/kg Körpergewicht) veranlassen keine Ausbildung von  Mikronuklei in Knochenmark-Erythrozyten sowohl männlicher, als auch weiblicher Tiere. Allerdings bewirkten diese Dosen cytotoxische Wirkungen bei den weiblichen Versuchstieren, jedoch nicht bei den behandelten männlichen Tieren(Temcharoen et al., 2000). Es wird nicht ausgeschlossen, dass diese toxische Wirkung auf die 10% Verunreinigung des Steviols zurückzuführen ist.

Die Sicherheit oral verabreichtem Steviosid in Beziehung zu carzinogener Aktivität wird deutlich bei der Arbeit von Yamada et al. (1985), Xili et al. (1992), Toyoda et al. (1997) und Hagiwara et al. (1984) mit Ratten. Es wurde von einer sehr eindeutigen hemmenden Wirkungen von Steviosid auf die Tumor-Förderung durch 12-O-tetradecanoylphorbol-13-Azetat bei der Krebsbildung auf Mäusehaut berichtet (Yasukawa et al., 2002). Steviosid zeigte in vivo bei two-stage-Mäusen eindeutig hemmende Wirkungen von Hautkrebsbildung, welcher von 7,12-dimethylbenz[a]anthracene (DMBA) und 12-O-tetradecanoylphorbol-13-Azetat (TPA) gefördert wird.

 Stevioside hemmte auch Hautkrebsbildung bei Mäusen, welche von Peroxynitrit gefördert wird (Konoshima und Takasaki, 2002). Die Autoren schlossen daraus, dass Steviosid ein wertvolles natürliches Süßungsmittel ist und auch dazu geeignet sein könnte, durch Chemikalien ausgelöste Krebsbildung zu verhüten.

1999 gab die JECFA eindeutig an: „Steviosid hat eine sehr niedrige akute orale Toxizität. Eine tägliche orale Verabreichung von Steviosid bei einer diätgemäßen Konzentration von 2,5% an Ratten (Männchen und Weibchen) über zwei Jahre, vergleichbar mit 970 und 1100 mg/ kg Körpergewicht, hatte keine bedeutende Wirkung. Reduzierte Gewichtszunahme und Lebensdauer wurden erst bei einer diätgemäßen Konzentration von 5% Steviosid beobachtet. Es gab kein Anzeichen krebserregender Wirkung in einer Langzeitstudie.." (WHO, 1999). Zudem sind keine Berichte bekannt, die nachweisen, dass sogar nach einer langen Verwendungsdauer von Stevia oder Steviosid die Krebsrate in unterschiedlichen Bevölkerungen anstieg (z.B. Paraguay: mehr als 500 Jahre, Japan: mehr als 25 Jahre, Süd-Korea: 16 Jahre, Brasilien: 13 Jahre, China: 12 Jahre, USA: seit 1995 als Nahrungsergänzung zugelassen).

 

4) Wieviel Steviol wird über den Dickdarm aufgenommen?

Wenn der gesamte in der Nahrung enthaltene Zucker (131g/Tag) durch Steviosid ersetzt wird, was unrealistisch ist, so werden ungefähr 400mg Steviosid pro Tag benötigt. Der Abbau im Dickdarm ergibt ungefähr 160mg Steviol. Etwa 90% des umgewandelten Steviols wird über den Kot ausgeschieden. Kleine Mengen von Steviol werden über den Dickdarm aufgenommen und mit dem Urin ausgeschieden. Bei Hamstern, die mit 250mg Steviol pro kg Körpergewicht gefüttert wurden, konnte eine Blutplasmakonzentration um 102μg/ml ohne schädliche Effekte nachgewiesen werden. Beim Menschen konnte keine freie Blutplasmakonzentration nach oraler Verabreichung von 750mg Steviosid pro Tag (±12mg/kg Körpergewicht) gefunden werden. Die maximale Höchstkonzentration des konjugierten Steviols lag um 20μg/ml, d.h. weit unterhalb der Werte, die für Hamster als unbedenklich bezeichnet wurden. Wenn weniger als 400mg Steviosid täglich gebraucht werden, liegt dieser Wert eher unter 10 μg/ml. Die konjugierten Steviol-Derivate werden mit dem Urin ausgeschieden.

 

5) Ist Stevia für Phenylketonuria (PKU) Patienten sicher?

Ja, Stevia und Steviosid sind absolut sicher, da die chemische Struktur von Steviosid ein Diterpenglykosid ist, das sich von Aspartam stark unterscheidet.

 

6) Stevia und Blutdruck

In einer Studie mit Menschen wurde Steviosid (dreimalige tägliche Einnahme von 250mg) über ein Jahr an 60 Freiwilligen mit erhöhtem Blutdruck verabreicht (Chan et al., 2000). Nach 3 Monaten verringerte sich der systolische und diastolische Blutdruck erheblich. Dieser Effekt hielt während des übrigen Jahres weiter an. Biochemische Blutparameter einschließlich Lipiden und Glukose zeigten keine bedeutenden Änderungen. Es wurde keine schädliche Wirkung beobachtet und die Lebensqualität zeigte keinerlei Beeinträchtigung. Die Autoren stellten fest, dass Steviosid ein gut verträgliches und gleichzeitig ein wirkungsvolles Mittel ist, welches alternativ oder als Nahrungsergänzungstherapie für Patienten mit Bluthochdruck sein kann. Obgleich der Blutdruck gesenkt wurde, konnte kein Einfluss auf die männliche Potenz beobachtet! In der behandelten Gruppe lag der durchschnittliche Blutdruck am Anfang der Studie bei ungefähr 166/102. Gegen Ende der Studie war dieser bis 153/90 gefallen. Demgegenüber wurde keine signifikanten Reduzierung des Blutdrucks in der Placebo-Gruppe festgestellt. Liu et al. (2003) berichtete, dass der zugrundeliegende Mechanismus des hypotonischen Effektes des an Hunde (200 mg/kg Körpergewicht) verabreichten Steviosid, an der Hemmung des Ca2+ Zuflusses der extrazellularen Flüssigkeit liege.

7) Ist es wahr, dass Stevia oder Steviosid die Fruchtbarkeit beeinflusst?
Überhaupt nicht! Die Hinweise zur Abnahme der Geburtenrate bei Ratten (Planas und Kuc, 1968) durch Stevia-Tee wurden von Shiotsu 1996 widerlegt, der zuverlässigere Experimente mit viel mehr Tieren, jedoch unter den gleichen Bedingungen wie Planas und Kuc durchführte. Dabei wurden keine Auswirkungen auf den allgemeinen Zustand, wie Körpergewicht, Wasseraufnahme, Geburtenrate oder Geburtengröße festgestellt. Bei der Fortpflanzung von Mäusen, Ratten und Hamstern wurden keine negativen Effekte durch Steviosid registriert. (Verweis: Literaturliste).

Während Melis (1999) eine mögliche Abnahme der Fruchtbarkeit der männlichen Ratten durch eine sehr hohe Dosis des Stevia-Extraktes annahm, gab Oliveira-Filho et al. (1989), der das gleiche Extrakt wie Melis verwendete, an, dass Stevia zweifellos keinen Effekt auf die männliche Fruchtbarkeit habe. Es ist nicht sicher, dass die beobachteten Effekte auf Steviosid zurückzuführen sind. Mögliche Ursachen könnten auch Verunreinigungen sein. Es sollte auch erwähnt werden, dass es sich bei dem verwendeten Extrakt um eine Konzentration handelt, die am Anfang der Experimente  bei 5,34% des Körpergewichtes (um 5,3g Steviosid/kg Körpergewicht) lagen. Für einen erwachsenen Menschen mit 65 Kilogramm bedeutet dies 3,47kg trockene Stevia-Blätter oder ungefähr 34,7 Kilogramm frische Blätter pro Tag - also mehr als 50% des Körpergewichts! Die Bedeutung dieser Experimente, in denen nur eine extrem hohe Konzentration geprüft wurde, sollten hinterfragt werden. Die Resultate Melis' stehen auch im Widerspruch mit Ergebnissen vieler anderer Forscher, die keinen Effekt von Stevia auf die männliche und weibliche Fruchtbarkeit von Tieren beobachten konnten.

 

8) Wieviel Stevia oder Steviosid kann pro Tag verbraucht werden?

Es wurde eine zulässige Tagesdosis von 7,9mg Steviosid/kg Körpergewicht errechnet (Xili et al., 1992). Jedoch sollte die tägliche Dosis auf einen Mindestwert gehalten werden, da die Autoren Konzentrationen mit mehr als 793 mg/kg Steviosid nicht prüften. Von den verschiedenen toxikologischen Studien kann eine Tagesdosis von 20 mg/kg Körpergewicht abgeleitet werden (Sicherheitsfaktor 100). Eine Tagesdosis von 7,9 mg/kg Körpergewicht bedeutet sogar, dass eine Person von 65 Kilogramm 513mg reines Steviosid pro Tag verbrauchen kann. Wenn der gesamte in der Nahrung enthaltene Zucker (131g/Tag) durch Steviosid ersetzt wird (was in der täglichen Praxis unmöglich ist), so werden weniger als 436mg Steviosid bzw. 4,36 g getrocknete Stevia-Blätter (mit 10% Süßstoffgehalt) benötigt.

 

9) Wieviel getrocknetes Stevia oder wieviel Steviosid sollte zum Süßen verwendet werden?

Dies ist vom Süßstoffgehalt der getrockneten Stevia-Blätter abhängig. Der Süßstoffgehalt kann zwischen 6 und 15% des Trockengewichts betragen. Folglich sind die getrockneten Blätter zwischen 18 und 45mal süßer als Zucker, d.h. dass 100g trockene Blätter einer Menge von 1800g (bei einem Anteil von 6% Steviosid) bis 4500g  Zucker entsprechen (bei 15% Steviosid).

Reines Steviosid wird hauptsächlich in der Lebensmittelindustrie verwendet und ist nicht in gewöhnlichen Lebensmittelgeschäften zu finden. Es wird meistens mit anderen Stoffen gemischt, um die extreme Süße zu mildern und die Dosierung zu erleichtern. Der Süßungsgrad verändert sich abhängig davon, wie viel weitere Bestandteile in der Mischung enthalten sind.

Der häufigste Fehler im Gebrauch von Stevia ist, dass eine zu große Menge verwendet wird. Sehr kleine Mengen des Pulvers reichen zum Süßen bereits bestens aus. Schnell wird die erforderliche Menge überschritten, wodurch die Geschmacksknospen schließlich überfordert werden. Wegen der hohen Süsskraft ist die Dosierung nicht immer einfach.

Stevia gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen (der Süßfaktor variiert hierbei):

  • ·       flüssiges Konzentrat – in Tropfen einfach zu dosieren (geringfügiges Süßholzaroma)
  • ·       pulverisiertes weißes Extrakt – kein süßholzartiges Aroma (diese Form wird hauptsächlich in Japan benutzt), manchmal mit Maltodextrin vermischt
  • ·       frische Stevia-Blätter - extrem süßer Geschmack mit einem starken Süßholzaroma
  • ·       getrocknete Blätter, fein pulverisiert (Süßholzaroma)

10) Wie viele Kalorien sind im Stevia-Extrakt?

Praktisch keine. Stevia-Extrakte haben null Kalorien, null Kohlenhydrate, null Zucker, null Fette und null Cholesterin.

 

11) Kann Stevia den Zucker während einer Diät ersetzen?

An erster Stelle muss gesagt werden, dass die Lebensmittelindustrie unserer Nahrung zu große Mengen an Zucker beigibt. Dieser zusätzliche Zucker ist praktisch von keinem Ernährungsnutzen und stellt bestenfalls leere Kalorien in der Diät dar. Benötigt wird wird diesen Zucker in unserer Nahrung nicht. Wir sollen frisches Obst und Gemüse essen, die genügend Zucker für unseren Körper enthalten. Stevia ist viel süßer als Zucker und bringt keine ungesunden Nachteile wie dieser mit sich. - Im Falle einer Unterzuckerung ist Stevia oder Steviosid selbstverständlich nicht imstande, den benötigten Zucker zu ersetzen. Befragen sie zu diesem Thema auch ihren Arzt.

 

12) Was ist mit Stevia oder Steviosid in der Zahnmedizin?

Aus Experimenten mit Albino Sprague-Dawley Ratten folgerte Das et al. (1992), dass weder Steviosid noch Rebaudiosid A kariogen (kariesfördernd) ist.

Wenn auch nur recht hohe Konzentrationen von Steviosid und Stevia-Extrakt das Wachstum einer Bakterienart hindern, sind die Konzentrationen, die für Süßzwecke verwendet werden, eher niedrig.

Folglich würde sich der nicht-kariogene Effekt von Steviosid als Ersatz von Saccharose als Nahrungsmittelzusatzstoff eignen. Zudem ist Steviosid in der Wirkung vergleichbar mit Fluorid und hemmt die Entwicklung von Plaque erheblich. So könnte Stevia in der Zahnmedizin und der dentalen Vorsorge sogar nützlich sein.

 

13) Kann Stevia oder Steviosid beim Kochen und Backen verwendet werden?

Absolut! Der Schmelzpunkt von Steviosid ist 198°c ohne dass es sich zersetzt oder farblich verändert. Es ist beim täglichen Kochen extrem hitzebeständig und in passt zu Milchprodukten und säurehaltigen Früchten (Erdbeeren, Orangen, Limetten und Ananas). Außerdem ist Steviosid pH-stabil, nicht gärungsfähig und verändert seine Farbe beim Kochen/Backen nicht. Folglich hat Stevia/Steviosid ein breites Anwendungsgebiet bei der Herstellung von Nahrungsmitteln.

 

14) Wie wird Stevia-Extrakt gebildet?

Die wichtigsten vier Steviol-Glykoside sind: Seviosid, Rebaudiosid A, Rebaudiosid C und Dulcosid A. Es ist lange bekannt, dass Rebaudiosid A die besten sensorischen Eigenschaften  aller vier Hauptglykoside aufweist (am süßesten, wenig bitter). Steviol-Glykoside neigen dazu, sich im Gewebe der Pflanze  anzusammeln, wenn dieses altert. Somit enthalten die älteren unteren Blätter der Pflanze mehr Süßstoff als jüngere, weiter oben sitzende Blätter.

Da Chloroplasten in der Vorsynthese wichtig sind, enthalten jene  Gewebe, die frei von Chlorophyll sind, wie Wurzeln und die unteren Stämme, keine oder nur Spuren von Glykosiden. Wenn die Pflanze zu blühen beginnt, sinken die Glykosid-Konzentrationen in den Blättern.

 

15) Wie bereitet man einen Stevia-Extrakt zu?

Ein flüssiges Extrakt kann aus frischen oder getrockneten und geriebenen Stevia-Blättern gefertigt werden. Stevia-Blätter oder das daraus hergestellte Pulver einfach mit reinem Alkohol (Obstler oder Korn) aufgießen und die Mischung für 24 Stunden stehen lassen. Die Flüssigkeit abfiltern (z.B. mit einem Kaffeefilter) und mit reinem Wasser nach Geschmack verdünnen. Denken sie daran, dass die Menge des Alkohols durch kurzes Erhitzen auf über 80°c reduziert werden kann, da sich dabei der Alkohol verflüchtigt (achten sie dabei auf gute Lüftung).

Ein reiner Wasserextrakt kann ähnlich vorbereitet werden, dabei lösen sich nicht so viele süße Glykoside, wie bei alkoholischen Auszügen; die Haltbarkeit ist abhängig von der Lagertemperatur begrenzt. Jeder Flüssig-Extrakt kann eingekocht und zu einen Sirup konzentriert werden.

 

16) Wie ist die rechtliche Stellung von Stevia und Steviosid?

Die Steviapflanze, deren Extrakte und Steviosid werden seit mehreren Jahren als Süßstoff in Südamerika, Asien, Japan, China und in verschiedenen Ländern der EU verwendet; in Brasilien, Korea und Japan sind Stevia-Blätter, Steviosid und in hohem Grade raffinierte Extrakte offiziell als kalorienarmer Süßstoff in Gebrauch. In den USA sind seit 1995 pulverisierte Stevia-Blätter und die raffinierten Extrakte der Blättern als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. 2000 lehnte die Europäische Kommission ab, Stevia oder Steviosid als Novel Food freizugeben, da entscheidende wissenschaftliche Studien zu Stevia fehlten und dass hier bereits erwähnte Studien, welche mögliche toxische Wirkungen von Steviosid und besonders dessen Aglykon Steviol berücksichtigen, sich in ihrer Aussage widersprechen (Kinghorn, 2002; Geuns, unveröffentlicht).

 - Die Vorteile von Steviosid als diätetische Nahrungsergänzung sind für den Menschen vielfältig: Es ist stabil und hilft, indem es den Konsum von Zucker reduziert, die Zähne gesund zu erhalten. Es eröffnet zudem neue Möglichkeiten für die Nahrungsversorgung von Diabetiker, Phenylketonurie -Patienten und übergewichtigen Personen.

 

Seit 2005 ist Stevia und seine Inhaltsstoffe in Europa als Zusatzstoffe für Tiernahrung zugelassen..